Kfz-Versicherung: Seniorinnen und Senioren zahlen mehr

Seniorinnen und Senioren müssen in der Kfz-Haftpflichtversicherung immer höhere Zuschläge zahlen. Das zeigt die aktuelle Auswertung eines Vergleichsportals. Neu sind die Erkenntnisse nicht - Aber es gibt Möglichkeiten, zu sparen.

 

Deutschland altert - und mit ihm seine Autofahrerinnen und Autofahrer. In Deutschland sind derzeit mehr als 40 Millionen Führerscheine ausgestellt, davon bereits jeder fünfte an Menschen über 65 Jahren, so berichtet die ARD anhand von Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Kein Wunder: Ein Auto ermöglicht Mobilität und ist gerade im ländlichen Raum oft unersetzbar, um etwa einkaufen zu fahren oder Freunde und Verwandte zu besuchen.

 

Leider müssen Seniorinnen und Senioren auch deutlich mehr zahlen, wenn sie eine Kfz-Haftpflicht oder eine Kaskoversicherung abschließen. Das zeigen aktuelle Zahlen eines Vergleichsportals, das hierfür den eigenen Bestand an Tarifen ausgewertet hat. Und es lässt sich feststellen, dass die Versicherer immer schneller die Preise für ältere Menschen am Steuer anheben. Die Auswertung der Daten fand im November 2019 statt. 

 

So muss ein Autofahrer der Generation Ü80 bereits im Schnitt 114 Prozent mehr Prämie zahlen als ein 40jähriger, wenn er einen Kfz-Haftpflichtvertrag abschließt. In der Kaskoversicherung beträgt der Aufschlag immer noch 98 Prozent. Nachlässe für höhere Schadenfreiheitsrabatte wurden hier nicht eingerechnet. Doch schon die Altersgruppe der 66- bis 70jährigen müsse rund ein Viertel mehr zahlen als ein 40jähriger Autofahrer. Noch vier vier Jahren seien die Unterschiede bei den Prämien geringer ausgefallen. 

 

Häufiger Unfallverursacher 

 

Gründe, weshalb Seniorinnen und Senioren stärker zur Kasse gebeten werden, nennt die Studie nicht. Aber diese sind schnell ausgemacht, blickt man auf die Verkehrunfall-Statistiken des Statistischen Bundesamts. Zwar sind ältere Autofahrer nichts öfters in Unfälle verwickelt als jüngere Jahrgänge. Doch wenn es kracht, sind sie häufiger Verursacher eines Unfalls. Laut Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) verursachen 5,1 Prozent aller Autofahrer zwischen 42 und 62 Jahren einen Haftpflichtschaden, aber 9,8 Prozent der Fahrer ab 82 Jahren.

 

Dennoch können gerade Seniorinnen und Senioren bei den Kfz-Versicherungsprämien sparen. So belohnen immer mehr Versicherer langes unfallfreies Fahren: sogar über einen Schadensfreiheitsrabatt von 35 Jahren hinaus. Hier gilt es bei einem möglichen Wechsel des Kfz-Versicherers auch zu beachten, ob man eventuelle Vorteile über die Schadensfreiheitsrabatte einbüßt. 

 

Eine weitere Möglichkeit zu sparen: Betagte Fahrerinnen und Fahrer können ihr Auto auf die erwachsenen Kinder zulassen und versichern. Damit die Sparrechnung aufgeht, müssen die Familienmitglieder den Schadenfreiheitsrabatt übertragen. Das sei von Eltern auf Kinder in der Regel problemlos möglich. Auch wer im Jahr nur wenige Kilometer fährt, zahlt unter Umständen weniger Prämie. 

 

Zu betonen gilt es auch, dass Seniorinnen und Senioren nicht die Hauptrisikogruppe für schwere Unfälle sind. Oft müssen die Versicherer überwiegend Blechschäden erstatten. Heftige Crashs mit Personenschaden werden nach wie vor überproportional von männlichen Fahrern der Generation 18 bis 25 Jahre verursacht, so verraten die Unfallstatistiken.

 

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